YARD:Forum Linz 10.04.2019 
Der Rückblick.

Das spannende Ambiente der Tabakfabrik Linz war die ideale Bühne für das zweite YARD:Forum 2019. Erneut ging es um die Kernfragen von Organisationen: Identität, Werte & Kultur und welche Rolle diese bei der wirkungsvollen Umsetzung von Veränderungen in Organisationen spielen. Den Blick gesamtheitlich auf organisatorische, räumliche und digitale Interventionen zu werfen und deren Einflüsse und Wechselwirkungen auf einander zu beleuchten ermöglichte einen spannenden Diskurs während der gesamten Veranstaltung.

Datum

10.04.2019

Ort

Tabakfabrik Linz

Fallbeispiele

Catalysts, Filzwieser, Tabakfabrik Linz

Auf Basis von drei Fallbeispielen Tabakfabrik Linz, Industrietechnik Filzwieser und Catalysts diskutierten wir in Kleingruppen wie die drei Wirkkräfte Raum, Organisation und Technologie nachhaltig ineinandergreifen. Im Deep Dive haben die drei Gruppen mit unterschiedlichem Fokus auf die drei Interventionen geblickt und wesentliche Learnings über alle Interventionen hinweg zusammengeführt:

Stellen Sie die richtigen Fragen
Start jeder Strategie ist das kritische Hinterfragen der eigenen Identität und des Unternehmenszwecks. Erst wenn hier Klarheit erreicht ist, wird es möglich, Richtung und Ziel für die Interventionen vorzugeben und Erfolg überhaupt messbar zu machen. Die Zielrichtungen der Interventionen müssen sich klar an diesem kleinsten gemeinsamen Nenner orientieren. In dieser Phase darf man nicht zu rasch in die Lösung springen, sondern muss sich intensiv mit der Fragestellung auseinandersetzen. Je klarer ich weiß wie die Frage lautet bzw. das Problem, das ich beheben möchte, zu beschreiben ist, desto eher werde ich mit einer oder mehreren Interventionen auch die richtigen Hebel bewegen. Das reine, oberflächliche Einführen digitaler Tools oder neuer Arbeitswelten ändert per se nämlich gar nichts. Zu oft werden Interventionen losgetreten, ohne ausreichendes Verständnis über Richtung, Ziel und die gewünschte Wirkung.

Vertrauen Sie ihrem Bauch
Organisationen sind komplexe Systeme, etwas in ihnen zu verändern ist somit eine vielschichtige Aufgabe. Komplexität kann nicht mit Projektplänen und Arbeitspaketen bewältigt werden, sondern braucht ein agiles Mindset, eine Step-by-Step Herangehensweise und ein gutes Bauchgefühl, dem Sie vertrauen sollten! Haben Sie keine Angst vor dem ersten Schritt, selbst wenn er in die Hose geht! Sie werden daraus sicher die richtigen Schlüsse ziehen. Wenn die Vision klar ist, zeichnet sich der Weg ab während man ihn beschreitet. Vertrauen und Intuition sind jene Qualitäten, die dabei einen großen Mehrwert stiften.

Wo gehobelt wird fallen Späne
Interventionen haben natürlich auch unerwünschte Nebeneffekte. Darüber muss man sich im Vorfeld im Klaren sein. Durch eine ausreichende Umwelt- und Risikoanalyse kann man sich auf etwaige Nebeneffekte einstellen bzw. einige auch präventiv abfangen, z.B. durch eine partizipative Prozessgestaltung. In diesem Zusammenhang ist eine integrierte Betrachtung der Interventionen sinnvoll, da sich sonst der „Änderungsmodus“, in dem sich die Organisation befindet, über einen langen Zeitraum ziehen kann.

Interventionen entstehen primär da, wo der Schuh drückt
Weil der Zusammenhang zwischen Raum, Organisation und Technologie einfach sehr eng ist, folgt auf die primäre Intervention oft unmittelbar die nächste. Aufgrund einer spezifischen Problemlage wird einer bestimmten Interventionsrichtung mehr Bedeutung zugemessen, was durchaus nachvollziehbar ist. Allerdings zeigt sich, dass die anderen Interventionen nicht getrennt betrachtet bzw. ausgeklammert werden können. Somit stellt sich die Frage, ob man die Veränderungsmaßnahmen nicht gleich ganzheitlich angehen sollte.

Es braucht Beweger
Egal ob organisatorisch, räumlich oder digital – Bewegungen brauchen Beweger. Wenn Sie Menschen in Ihrem Umfeld gefunden haben, die Andere für eine Sache begeistern können, das richtige Bauchgefühl mitbringen und Dinge vorantreiben, dann nützen Sie diese. Nur weil jemand der IT Abteilung zugehörig ist, heißt das nicht, dass er/sie nicht auch eine organisatorische oder räumliche Veränderung vorantreiben kann. Hier zählen die Soft Skills meist mehr als reines Expertenwissen.

Kultur kann nicht verordnet werden
Kultur ist etwas, das durch ein gemeinsames Ziel, gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen und den Umgang miteinander entsteht. Interventionen sind ein mächtiges Tool, um das Miteinander zu gestalten. NIcht nur während wir den Weg der Veränderung gehen, sondern genauso im Ergebnis. Gestützt durch einen erprobten Werterahmen kann somit Kultur sinnstiftend geprägt werden.  

Referent_Innen

Die M.O.O.CON MitarbeiterInnen beim Event

Martin Kaltenbrunner

Karl Friedl

Christoph Müller-Thiede

Stefan Aigner

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